art creative pattern purple

Es gibt zwei Tastaturen, die es schaffen, mein Kopf-Chaos in einen geordneten Flow-Zustand zu bringen.

Da ist zum Einen die Klaviatur meines Keyboards, auf dem ich seit Weihnachten ’20 per Online-Kurs lerne, Klavier zu spielen. Es wäre toll gewesen, wenn ich in meiner Kindheit mit dem gleichen Fleiß und Begeisterung bei der Sache gewesen wäre. Aber wie das so ist in der Kindheit: alles, was sich zu einem DU MUSST entwickelt, löst Widerstand aus. Gut. Ich werde wohl kein Konzertpianist mehr werden, aber darauf kommt es auch gar nicht an. Die Fähigkeit, mit den zehn Fingern wohlklingende Musik reproduzieren zu können, hat durchaus auch etwas Meditatives.

acoustic black and white classic classical music
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Zum Zweiten, die Tastatur, an der ich jetzt sitze. Ich hatte das große Glück auf der Höheren Handelsschule das Zehn-Finger-System auf der Schreibmaschine zu lernen. Das war sowohl in meinem Beruf als IT-Projektmanager nahezu unerläßlich, als das es auch jetzt und hier eine große Erleichterung bedeuttet: Aus Klicks entstehen Worte und Sätze quasi im Blindflug. Sätze verknüpfen sich zu einem Absatz, zum Brief, Lastenheft, Blog-Beitrag – alles, was im Leben anfiel und -fällt. Für mich stimmt die Aussage: bei der Bewältigung mentaler Herausforderungen hilft das Schreiben: Aus einem ungeordneten Stapel wird ein geordneter Strang, indem die Steinchen sukzessive vom Stapel genommen, sortiert und miteinander verknüpft werden.


Zwei Möglichkeiten, dass zum Ausdruck zu bringen, was mir so durch den Kopf geht. Meistens nur Banalitäten des Alltags. Aber es gibt Tage, sogenannte ‚Kopf-Tage‘, die etwas auslösen: ein Gefühl der Unbehaglichkeit, unterschwellige Kopfschmerzen, eine Art von Druck auf Augen und Ohren, wodurch ich den Eindruck habe, nicht wirklich im Hier und Jetzt zu sein. Ich nehme meine Umwelt wahr, als wäre ich eine Marionette in einem Film, kein selbstbestimmer Akteur meines eigenen Lebens zu sein. Retinale Migräne, wie ich unlengst lernen durfte. Aber dadurch, dass das Kind einen Namen hat, wird es auch nicht wirklich besser.

Sei’s drumm. So hat Jeder sein Kreuz zu tragen, und es gibt zweifellos Mitmenschen, die ein weitaus härter Schicksal ertragen müssen. Nähkästchen zu. …


10:41 uhr. Eine Tasse Kaffee, und dann weiter mit der nächsten Tastatur / Klaviatur. 😉