white and black french bulldog

Stell dir vor: du bekommt ein Verschlüsselungsprogramm in die Hände, ’spielst‘ damit rum: du legst damit eine Datei an, die als zusätzliches Laufwerk eingebunden wird. Alles was du dort speicherst, ist automatisch verschlüsselt, sobald du entweder die Datei schließt, oder das zugehörige Laufwerk entkoppelst.

Möchtest du zu einem späteren Zeitpunkt wieder darauf zugreifen, muss die verschlüsselte Datei erst entschlüsselt werden, bevor sie wieder als Laufwerk eingebunden werden kann. Soweit logisch, klar und Nachvollziehbar.

Jetzt bist du aber ein böses Mädchen (oder ein böser Mann – das Geschlechst spielt hier wirklich keine Rolle, und vezeiht mir, aber ich verzichte auf das ‚gendern‘) – und du gerätst in die Fängen der Strafverfolgung, die deinen Computer sowie externen Laufwerke und USB-Sticks beschlagnahmen. Da kann es sehr wohl passieren, dass sie über die verschlüsselte Datei stolpern und von dir verlangen, den zugehörigen Schlüssel herauszugeben.

Jetzt bist du nicht nur böse, sondern du glaubst auch ganz Clever zu sein und du willst unter allen Umständen verhindern, dass deine Geheimnisse offenglegt werden.

Auch das ist in dem Verschlüsselungsprogramm vorgesehen. Du kannst in dieser ohnehin schon verschlüsselten Datei eine weitere verschlüsselte Datei anlegen. Und diese ist nicht mal sichtbar und kann auch nicht entdeckt werden. Es versteht sich, dass hierfür ein zusätzlicher, zweiter Schlüssel gebraucht wird.

Der Clou ist: benutzt du den ersten Schlüssel zum entschlüsseln, entschlüsselst du damit nur die erste Stufe. Darin hast du ein paar ‚pseudo geheimen‘ Dateien abgelegt, um die Behörden zufrieden zu stellen.

Benutzt du aber den zweiten Schlüssel, werden beide verschlüsselten Bereichen zugänglich gemacht, und du kannst deine wirklich geheimen Geheimnisse sehen und bearbeiten oder welche hinzufügen.

Klar, dass ich das ausprobieren wollte, und das hat soweit auch wunderbar geklappt. Testobjekt war ein USB-Stick, den ich ansonsten nicht im alltäglichen Gebrauch habe.

Zwei Monate später stecke ich zufällig diesen Stick in den USB-Port und bin erst irritiert. Dann fällt mir ein: Ah ja, das war doch die Geschichte mit der zweifachenVerschlüsselung! Hmm… den ersten Schlüssel hatte ich recht schnell herraus. Aber den Zweiten? So sehr, wie ich auch meinen Denkkasten strapaziere, es will mir nicht gelingen, den ‚inneren‘ Bereich zu entschlüsseln. Geschweige, dass ich mich erinnern kann, was ich dortt gespeichert habe.

Nun bin ich nicht so ein böser Junge, der geheime Geheimnisse hat. Also wirklich tragisch ist das nicht. Aber es ärgert mich! Zumal ich schon damit klar kommen muss, mich nicht mehr an alles erinnern zu können! Der Stick liegt nun wieder bei den anderen mit dem Status ‚überschreibbar‘. Andere angeblich vergessene Dinge fallen mir zum Teil zu den unmöglichsten Gelegenheiten wieder ein. Mit etwas Glück gelingt mir das hiermit auch…?

Und was lerne ich daraus: Älter werden ist nichts für Feiglinge!